Württembergische Landesbibliothek, Konrad-Adenauer-Str. 8, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Württembergische Landesbibliothek & Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.
70 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist die Verfolgung von NS-Verbrechen noch immer ein Thema – und zwar nicht nur für Film und Fernsehen, sondern auch für die deutsche Justiz. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die „Zentrale Stelle“ in Ludwigsburg.
Bei Gründung der Zentralen Stelle im Jahre 1958 gingen die Verantwortlichen davon aus, dass die Arbeit der Behörde nach spätestens 10 bis 15 Jahren beendet sein würde. Zwei Gründe führten zu dieser Fehleinschätzung: Zum einen galt damals für Mord eine 20jährige Verjährungsfrist; zum anderen ahnte niemand, welche Fülle von Verbrechen noch unbekannt und ungesühnt war.
1979 hob der Gesetzgeber die Verjährungsfrist für Mord auf. Zeugenaussagen, historische Forschungen und erst später entdeckte Quellen brachten stets neue Erkenntnisse, die eine Fortsetzung der Ermittlungen verlangten. Heute stellt sich nicht nur die Frage, was noch ermittelt werden kann, sondern auch, welchen Sinn weitere Ermittlungen haben.
Kurt Schrimm war seit 1986 als Staatsanwalt für Strafprozesse zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen zuständig. Seit dem Jahr 2000 ist er Leiter der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg.